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Familien sind anders!: Wie sie sich selbst sehen - Anstöße für eine neue Familienpolitik

Die Familie kennt jeder. Über Familie kann jeder reden, ihren drohenden Untergang jeder beklagen: Familie ist das allgemeinste soziale Phänomen unserer Gesellschaft, und sie ist zugleich das wirklich unbekannte Wesen, über das es nur wenig realitätsbezogene Kenntnisse gibt. Darum gehen fami-lienpolitische Kontroversen oft am Gegenstand vorbei. Die Familienpolitik aller Parteien geht zwar stets von einem mehr oder weniger festen Familien-begriff aus, nur stellt sich darunter jedermann etwas anderes vor. Der vorliegende Band ist das Ergebnis einer dreijährigen Arbeit von Münchner Sozialwissenschaftlern, die sich mit abstrakten Begriffen nicht zufriedengeben wollten und auch nicht bereit waren, familienpolitische Aussagen auf der Basis der statistischen Durchnittsfamilie zu treffen: Über zwei Jahre haben sie in einem Neubaugebiet mit den von ihnen ausgesuchten 37 Familien gesprochen. Die Wortprotokolle haben sie den verschiedensten Leitbildern der offiziellen Familienpolitik entgegengestellt. Ihr Fazit: Die Familie ist stabiler als konservative Angstmacher meinen, aber die Familie ist auch unwilliger, sich Auflösungsexperimenten hinzugeben, als viele progressive Familientheoretiker hoffen. Die Familie läßt sich nicht in ein Begriffsschema zwängen, mit dem leichtfertig Allgemeingültigkeit festgelegt werden Die Autoren fordern von der Familienpolitik ein stärkeres Eingehen auf die Familienwirklichkeit. Sie verlangen von der Familienpolitik mehr Aufmerksamkeit für die so ganz verschiedenen Sorgen und Ängste der Menschen: «Was wir anbieten können, ist ein neuer Blick auf scheinbar Altbekanntes. Es geht um einen Sachverhalt, den jeder zu erkennen meint: Leben in einer Familie ist eine fast universelle Erfahrung. Und doch ist jede Familie anders, und vor allem unterscheiden sich Familien der Mittelschicht in vielen ihrer Lebensbedingungen sehr von Familien der ”’ Unterschicht. Von ”’ Unter-schicht-Familien”‘ ist zudem noch weniger bekannt als von Mittelschicht-Familien... Dieses Lebensgefühl, diese Erfahrungen und Reflexionen der Familien aus der Unterschicht, mit denen wir gesprochen haben, wollen wir in diesem Buch vermitteln. Wir wollen also wegkommen von der Schwarz-weiß-Malerei der politischen Auseinandersetzung, wir wollen auch kein neues Klagelied anstimmen über das ”’ Jammertal Unterschicht-Familie).» Es ist eine wissenschaftliche Untersuchung eigener Art entstanden. Die Lektüre der Selbstaussagen von Betroffenen vermittelt ein neues, bisher unbekanntes Bild von unserer eigenen Gesellschaft.

Angaben zum Werk
Autor*innen Klaus Wahl, Greta Tüllmann, Michael-Sebastian Honig, Lerke Gravenhorst
Verlag Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsort Reinbek bei Hamburg
Erscheinungsjahr 1980
Auflage Orig.-Ausg.
Umfang 259 Seiten · Taschenbuch
Sprache Deutsch
ISBN 9783499146367
Praktisches
Vor Ort einsehbar & ausleihbarIn der FIFTITU%-Bibliothek, Domgasse 14, 4020 Linz — während der Öffnungszeiten.