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Zurück zum Katalog Bibliothek · Buch

Stark reduziert!

Herausgeberin Manuela Barth anläßlich der Ausstellung The Biggest Games in Town in der Künstlerwerkstatt Lothringer Strasse, München, 22.7.-10.9.2000 Kuratorin Barbara U. Schmidt Editorial: Werbebilder haben im urbanen Raum nicht nur eine enorme Präsenz, die Inszenierungen von Plakaten, Leuchtkästen oder Schaufenstern sind zudem auch äußerst aufwendig, vielfältig und witzig oder gar selbstironisch gestaltet. Auffällig ist dabei die zunehmende Verbindung zum Show Business, zu Sport, Spiel und Cyberwelten. Die Publikation Stark redu-ziert! konzentriert sich vor allem auf die damit einhergehende Theatralisierung von Images und und Identitäten, die sich u.a. niederschlägt in in der betont artifiziellen Erscheinung von Körpern und Posen oder in der spielerischen Inszenierung und Überschreitung von Normen und Tabus. Die im Titel enthaltene Behauptung der Reduziertheit steht dabei auf den ersten Blick im Widerspruch zur schillernden Erscheinung von kommerziellen Bildern. Irritiert durch oft erstaunlich konservative Klischees, die hinter digitalem Design und fortschrittlichen Slogans vorscheinen, und angeregt von der Diskussion um die Konsequenzen von Kommerzialisierung und Teilprivatisierung des öffentlichen Raums, habe ich vor ca. zwei Jahren begonnen, Werbebilder im Außenraum zu fotografieren und zu systematisieren nach den zugrundeliegenden Anschauungsmustern und ihrer Rhetorik. Durch die so entstandenen Rei-hungen, Gegenüberstellungen und Kombinationen scheinbar unterschiedlicher Darstellungen ergeben sich Kohärenzen bis hin zu stereotypen Wieder-holungen. Losgelöst von ihrer Funktion der Produkt-vermarktung und dem Status des Einzelbildes ent-hoben, beginnen die Images sich gegenseitig zu kommentieren, und es entstehen Lesarten, die Vielfalt und Gleichberechtigung der in Werbebildern verheißenen Identitäten kritisch hinterfragen in bezug auf geschlechtsspezifische, ethnische und ökonomische Diskurse, von denen sie geleitet werden. Meine bildnerische Recherche wird begleitet von zwei Texten, in denen Barbara U. Schmidt und Wilhelm Trapp ihrerseits diesen Mechanismen nachgehen. Unser gemeinsames Anliegen ist es, Lesarten anzu-bieten, die die Wünsche nach ’spielerisch’ perfek-tionierbaren und flexiblen Identitäten ernst nehmen, ihnen aber gleichzeitig die ’realen’ Konsequenzen von Diskriminierung und Ausschluß einschreiben. Dieses heikle Experiment wurde von Friedel Schreyögg, Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München, großzügig unterstützt, ihr gebührt dafür besonderer Dank. Der Zugang zum Archiv der Deutschen Städte Medien ermöglichte uns eine umfassende Recherche zu Werbekampagnen der letzten 20 Jahre. Für viele aufschluß-reiche Funde und Vergleiche, die wir auf diesem Wege machen konnten, danken wir Herrn Dutz und seinen Mitarbeiterinnen. Manuela Barth
Angaben zum Werk
Autor*in Manuela Barth
Verlag Verlag Silke Schreiber
Erscheinungsjahr 2000
Umfang Taschenbuch
Sprache Deutsch
Praktisches
Vor Ort einsehbar & ausleihbarIn der FIFTITU%-Bibliothek, Domgasse 14, 4020 Linz — während der Öffnungszeiten.
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