#frauenlandretten 1. Mai 2018

Rede der Aktivist*innen von #frauenlandretten am 1. Mai 2018 am Linzer Hauptplatz


Werte Arbeiter*innen und Arbeiter,
Arbeitssuchende, Mitstreiter*innen und Mitstreiter,
Feminist*innen und Feministen!

Vor genau 100 Jahren wurde nicht nur der 8-std. Arbeitstag erkämpft.
Vor 100 Jahren wurde auch das allgemeine Frauenwahlrecht endlich eingeführt. Damals forderten die Frauen das Recht auf Erwerb, heute fordern wir mehr.
Mehr und mehr Frauen arbeiten, das steht außer Frage aber wie, nämlich Teilzeit, in prekären Arbeitsverhältnissen und mit immer schlechterer Bezahlung.
Deshalb fordern wir Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Und speziell bei Frauen endet ja Arbeit nicht bei Lohnarbeit.
Sprechen wir mal von der ganzen Pflegearbeit, Sorgearbeit, Hausarbeit, Erziehungsarbeit und emotionaler Arbeit. Diese Tätigkeiten werden nicht als Arbeit behandelt, die es zu entlohnen gilt sondern als Eigenschaften die uns „Frauen“ eben zugeschrieben werden und da brauchen wir dann eh keine Bezahlung.
Nur gehen diese Erwartungen an uns Frauen an der Realität komplett vorbei, wer kann sich den heute noch leisten die Fulltime Mama zu sein oder die Oma zu pflegen, das geht sich gar nicht aus ohne sich oder die Familie in eine Finanzielle Krise zu stürzen.
Ja, Wir brauchen mehr pädagogische und pflegerische Infrastruktur. Und nicht eine kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung in Kindergärten als würden wir nur zuhause sitzen und Däumchen drehen.

Auch die Ehrenamtliche Arbeit in Kultur, im Sozialbereich oder der politischen Arbeit wird immer mehr auf Frauen* verlagert. Und besonders jene Teile für die es keine gesellschaftliche Anerkennung, Einfluss oder Sitzungsgelder gibt. Es geht hier um Arbeit, die die Gesellschaft braucht, für die aber kein Geld zur Verfügung gestellt wird.
Und welche Überraschung Mindestens zwei Drittel dieser undankbaren Arbeit wird von Frauen geleistet.
Ohne uns Frauen* würde das System zusammenbrechen.

Und trotzdem sind wir Frauen weitaus stärker von Armut, Altersarmut und Diskriminierung betroffen. Solange mehrheitlich Männer darüber entscheiden was für uns Frauen gut ist werden wir Frauen weiter protestieren.
Es bleibt viel zu tun. Es geht um Visionen einer zukünftigen Gestaltung von Arbeit. Und zwar in allen Bereichen auf alle Geschlechter aufgeteilt und auf die gesamte Gesellschaft bezogen.

Ein strategisches WIR ist JETZT angesagt! Verbünden wir uns!

 

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