Und wieder ist es passiert!

2012 gingen alle Kulturpreise des Landes OÖ an Männer!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - dennoch verliert FIFTITU% ein paar Worte zur diesjärigen Landeskulturpreisverleihung...

Die kritischen Worte zum Landeskulturpreis hier zum Hören

Der Landeskulturpreis in Oberösterreich hat schon eine lange Tradition. 1961 wurde er erstmalig vergeben. Dass eine weibliche Kunstschaffende zu Ehren kam, dauerte bis 1975 (!)...
Die renommierte bildende Künstlerin Waldtraud Cooper war die erste. Es brauchte dann wieder weitere 9 Jahre bis Brigitte Schwaiger für ihr literarisches Schaffen ausgewählt wurde.

Dazwischen wurden ihre männlichen Kollegen reihenweise auf das Podium gebeten. Es heißt nicht, dass diese, ihre Arbeit nicht gut gemacht hätten - keine Frage! Und ja, das waren noch „andere Zeiten“ in Sachen Gleichstellung und deren Institutionalisierung ABER was das Ganze wirklich tragisch macht, ist die Tatsache, dass es heute, genauer gesagt 2012 anscheinend keinen Deut besser ist und kein verantwortlicher Politiker und auch keine Politikerin einen Mucks darüber verliert!

Alle Kulturpreise ginge heuer ausschließlich an Männer!
Von 23 Mal verliehenen „großen Kulturpreisen“ gingen sage und schreibe 3 (!) an Frauen.

Bei solchen Ergebnissen ist die Frage mehr als berechtigt, wieweit die Landesregierung sich selber ernst nimmt, wenn im „Kulturleitbild OÖ“ (2009) von „Gender Ausgewogenheit (...) und diesbezügliche Defizite abzubauen.“ die Rede ist. Und weil dies offenbar nicht genug der schönen Worte ist, heißt es darin auch noch „.., dass Frauen und Männer gleichermaßen von den Gütern, Ressourcen und Chancen der Gesellschaft profitieren und daraus Nutzen ziehen können.“

AHA!? auch nicht unrelevant in dieser Causa: Der große Kulturpreis ist mit 11.000 Euro und der kleine mit 7.500 Euro dotiert.

Eine fast parodistische Note bekommt das ganze, dass heuer unser Landeshauptmann und Kulturreferent (Kultur ist Chefsache!) Dr. Pühringer unsere Frauen-Landesrätin Mag.a Hummer in ihren Agenden vertreten hat, was jedoch nicht unbedingt heißt, dass sie in Sachen Kulturpreise aufbegehrt hätte. - Nur Mut Frau Landesrätin!

Der Ball geht an die verantwortlichen Mitglieder der oberösterreichischen Landesregierung: zukünftig sind Künstlerinnen bei Kunstpreisvergaben zu bevorteilen bis eine Symmetrie der Geschlechter hergestellt ist. Nachzuholen gibt`s eine Menge und bitte nehmen sie sich selbst beim Wort und machen sie ihre Arbeit!

Eine weitere Häme darf in diesem Zuge auch nicht unbenannt bleiben: beim neuen Musiktheater wurden ebenfalls die gesamten (!) Aufträge für „Kunst am Bau“ an Männer vergeben.

Mit feministischen Grüßen!

PS: Ein schwacher Trost ist, dass zu mindestens Talentförderungsprämien immer wieder auch an Frauen vergeben werden.

Weitere Links:

Bericht ORF OÖ 2012

Bericht Land OÖ 2012

Waltraud Cooper

Nachruf Brigitte Schwaiger, die Presse

Landeskulturpreise in Wikipedia

Foto: Landeskulturpreisverleihung 2012 c ORF

Kulturpolitisch