#metoo erreicht OÖ

Uups, den*die kenne ich ja. 
Wurde dazu schon was veröffentlicht? 
Ich hab die Geschichte ja auch nur gehört. 
Gibt es überhaupt eine sexuelle Komponente? 
Hat die Betroffene selbst darüber berichtet? 
Mir hat davon noch nie jemand erzählt. 
Naja, ich fand sein Verhalten schon des öfteren mehr als unangebracht und grenzüberschreitend. 

Sollen wir da jetzt nachfragen? 
Wem glauben wir? 
Personalisierte Anschuldigungen bringen uns ja irgendwie nicht weiter. Wollen wir echt Kolleg*innen anpatzen? 
Wir sollten den Diskurs auf struktureller Ebene führen.

Stecken wir nun selbst in dem Mechanismus, von dem wir für gewöhnlich denken, ihn zu durchschauen? Erkennen und benennen können, bedeutet ja noch nicht, die Fähigkeit zu besitzen das Erkannte und Benannte zu durchbrechen. Der gewohnte Abstand geht verloren, plötzlich sind wir mitten drin.

#metoo ist da. #metoo hat die oberösterreichische Kunst- und Kulturszene erreicht. Möge der Diskurs in kritischer, aufrichtiger und respektvoller Weise gelingen.

Von Victoria Windtner